Braunkohlwanderung 2017

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Unsere Clubmitglieder Gertrud und Horst Kölpin luden uns in den Landkreis Wolfenbüttel in ihren Heimatort Veltheim (Ohe) ein.

Zunächst genossen wir mit rund 30 Clubmitgliedern im Restaurant "Lindenhof" Braunkohl-satt und tauschten uns in gemütlicher Atmosphäre aus.
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Bei eisigen Minus 5 Grad brachte uns im Anschluss der Ortsheimatpfleger Herbert Wolff die Geschichte zur Kirche St. Remigius und dem Schloss Veltheim näher.

Zunächst führte er uns zum Schloss Veltheim und erzählte uns die Geschichte dazu.
Die vermutlich im 12. Jahrhundert entstandene Wasserburg Veltheim geht auf die 1160 erstmals urkundlich erwähnte Familie von Veltheim zurück. 1430 wurde die Burg von Braunschweiger Bürgern erheblich zerstört, die gegen die Behinderung ihrer Handelswege nach Osten kämpften.

Um 1494 wurde die zerstörte Burg an die Familie von Honrodt verkauft. 1537 wurde Ernst von Honrodt vom Braunschweiger Herzog
Heinrich der Jüngere mit der Burg, dem Gericht, dem Kirchenpatronat und den Waldungen belehnt. Er gestaltete die Wasserburg 1555 in ein Schloss um.

Als die Familie von Honrodt 1814 erlosch, erwarb die Familie Veltheim 1832 ihr Stammgut zurück. Sie war inzwischen in
Bartensleben bei Helmstedt ansässig. Heute ist der Landwirt und Gutsbesitzer Alexander von Veltheim Bürgermeister der Gemeinde.
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In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich die Patronatskirche St. Remigius.

Veltheim war ein altes Pfarrdorf, das früher im Bann Lucklum stand. Eine romanische Kirche bestand sicher 1214, als  urkundlich ein „H. sacerdos de  Velthem“  (Pfarrer von Veltheim) als Zeuge eines Rechtsgeschäfts zwischen dem  Abt von Riddagshausen und Rittern aus Rautheim genannt wird.

1836 wurde das heruntergekommene Kirchenschiff durch Wilhelm von Veltheim von Grund auf neu errichtet. Das Leichenhaus wurde abgerissen und die  Grabplatten (Epitaphe) konserviert. Im Jahre 1870 wurde die Kirche nach den Plänen des braunschweigischen Baurats Peter Josef Krahe im romanischen Stil mit  Querschiff und Apsis umgestaltet.

Bei späteren Sanierungsarbeiten wurde eine romanische Altarplatte mit unversehrter Reliquiengruft gefunden. Mit einer Bleihülle umschlossen befanden sich darin ein  menschlicher Backenzahn, ein Holzstückchen und blauer Seidenstoff aus der Karolingerzeit sowie winzige Pergamentfetzen. Diese Altarplatte war um 1531 zu einer Grabplatte für Hans und Christoph v. Honrodt umfunktioniert worden. Außerdem sind die Epitaphe des Erbauers des Wasserschlosses, Ernst von Honrodt, und seiner zweiten Frau sowie des Kanonikus Georg von Honrodt im Turm und im Kirchenschiff aufgestellt.

 Im Jahre 1870 wurde die Kirche nach den Plänen des braunschweigischen Baurats Peter Josef Krahe im romanischen Stil mit  Querschiff und Apsis umgestaltet.

Ein besonderes Kleinod ist der Flügelaltar (Tryptichon) aus den 15. Jahrhundert. Der Holzaltar stellt im Mittelteil die Anbetung der Heiligen drei Könige dar. Die Szene wird flankiert von zwei Bischöfen im Ornat; zur Linken der Schutzpatron St. Remigius und zur Rechten St. Bernward. In den Flügelteilen sind in je zwei Reihen die 12 Apostel mit Attributen dargestellt. Auf der Rückseite der Flügel ist ein Sternenhimmel dargestellt.
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Nach einem "Aufwärm"-Schnaps, der zwar geschmeckt hat, aber nicht aufgewärmt hat, traten wir alle unseren Heimweg an.

Vielen Dank an die beiden Ausrichter Gertrud und Horst Kölpin.


Martin Röver

Quelle:
Ortsheimatpfleger Herbert Wolff und Ev.-luth. Pfarrverband Veltheim mit Schulenrode

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