Benzingeruch und Edelblech beim Oldtimer- Treffen

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Benzingeruch, Motorenknattern, vorwitzige Hupen zweier Vespa-Roller – für Freunde schmucker Oldtimer blieben am Sonntag keine Wünsche offen.

Von Anja Alisch
Die rund 150 Teilnehmer der Harz-Heide-Fahrt machten Halt am Schützenplatz und präsentierten ihre Fahrzeuge. Der Oldtimer Club aus Gifhorn schloss sich an. Dicht gedrängt unter Schirmen standen sie für den Korso aus Wagen und Motorrädern Spalier.
Die Liebhaber schwärmten heftig: „Das war noch Blech!“ Die Moderatoren Heinrich Wulfes und Ulrich Stenzel ließen sich anstecken. „Das war mein erster englischer Wagen, ein herrlicher Roadster“, schwelgte Wulfes beim Anblick des himmelblauen Triumph TR 3 von Katia Grosjean. Unter den bekannten Modellen waren der Fiat Topolino oder der legendäre Mercedes 190 SL, seinerzeit gefahren vom Wirtschaftswunder-Dirne Rosemarie Nitribitt.

Was Oldtimer leisten können, verriet Horst Naymowa aus Salzgitter über seinen Pontiac Big Six von 1931: „Der fährt locker seine 8000 Kilometer im Jahr.“ Ein wenig Anschubhilfe brauchte dagegen ein echtes Unikat: Der wohl noch einzige betriebsfähige Rollfix „Record“ von 1933. Wie sieht es denn im Zweifel mit Ersatzteilen aus? „Das ist kein Problem mit britischen Wagen“, lautete die Auskunft von Albrecht Schneider, stolzer Besitzer eines Riley von 1950. Einen Blick unter die Motorhaube seines Jaguar XK 120 erlaubte Heinrich Ruth.

Älteste Wagen waren ein Ford Model T von 1917 und der „Minerva Aster“ von Matthias Strauß aus Meinersen von 1918. Wulfes mit Kennerblick: „Ein Sahnestück, kaum zu bezahlen . . .“ Stenzel bekannte beim Anblick des ersten Käfer-Cabrios im Rund: „Das war meine Zeit. Meine Güte, zehn Liter haben wir damals für 100 Kilometer verballert, ein Liter kostete 60 Pfennige.“


Gifhorner Zeitung, 04.06.2012

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